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Deutsche Einheit ohne Nachrichtenwert für die Medien
2005-09-30
Langzeitanalyse der Berichterstattung über die Einheit

In den deutschen Meinungsführermedien ist das Thema deutsche Einheit praktisch nicht existent. Nach einer Langzeitanalyse des Bonner Medienforschungsinstitutes Media Tenor erreichten die Wiedervereinigung und der Stand der deutschen Einheit in der Berichterstattung der letzten zehn Jahre maximal einen Anteil von zwei Prozent an allen Themen. „Das Thema deutsche Einheit besitzt für die Redaktionen meist nur dann Nachrichtenwert, wenn es sich um einen Skandal handelt oder ein Gedenktag bevorsteht,“ informiert Stefan Mühler, Redakteur des Media Tenor und ergänzt: „Ein nachhaltiges, objektives Bild vom Stand der Deutschen Einheit erhalten Leser und Zuschauer auf diese Weise nicht.“.

Besonders gering war die Berichterstattung in vielen TV-Magazinen – und dies, obwohl deren Redaktionen den Stand der Deutschen Einheit geradezu als katastrophal bewerteten: Wenn Sendungen wie Fakt, Report, Frontal 21 oder Panorama berichteten, überwogen in weit über der Hälfte der Reportagen die negativen Aussagen. Die größte Präsenz mit Anteilen von über fünf Prozent an der Berichterstattung erreichte die Einheit in der Super Illu, die damit ihrem Ruf, „Stimme des Ostens“ zu sein, gerecht wurde.

Als aktuelle Beispiele für deutsch-deutsche Kontroversen, die zwar kurzfristig die Wahrnehmungsschwelle durchbrechen, zu einem substanzielleren Bild vom Stand der Einheit aber nichts beitragen, nannte Mühler die Auseinandersetzungen um die Äußerungen von Edmund Stoiber und Jörg Schönbohm.

Für die Analyse hat Media Tenor insgesamt 902.043 Beiträge in elf Medien (Langzeit) und 499.280 Beiträge in 36 Medien (seit 2003) ausgewertet. Zeitraum: 01.07.1995 – 31.12.2004

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