Bonn: In der dritten und letzten Fernsehdebatte zwischen Präsident Bush und seinem Herausforderer Kerry konnten beide Kandidaten in der Schlußphase des US-Präsidentschaftswahlkampfes ihre Standpunkte deutlich machen. Das ergibt die Inhaltsanalyse der Sendung: Medien Tenor-Analysten haben sie zeitgleich daraufhin untersucht, welche Themen und Wertungen angesprochen wurden und was auf dem Bildschirm zu sehen war. Die Debatte war sachorientiert (mehr als 80 % aller Aussagen bezogen sich auf Sachthemen). .
Beide Kandidaten zeigten auf, wie sie auf die kommenden in wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Herausforderungen reagieren wollen. Vor vier Jahren profitierte Bush davon, daß er zum „Gewinner“ der Debates erklärt wurde – damals hatte er die Erwartungen der Journalisten übertroffen, weil er keine schweren Fehler gemacht hatte. Dieses Mal unterliefen weder ihm noch Kerry größere Schnitzer. Kerry griff Bush abermals an und warf ihm vor, das Land in die Irre zu führen und zu spalten. .
Bush konterte die Angriffe und verwies auf seine innenpolitischen Erfolge, ging diesmal aber seltener zum Gegenangriff über. Anders als noch in den ersten beiden Debates verzichtete er darauf, Kerry zum Wackelkandidaten ohne klare Linie zu erklären. Mit dieser Strategie hatte er Anfang Oktober Punkte sammeln können: Von allen Aspekten war der Vorwurf der „Inconsistency“ das Hauptthema in den TV-Nachrichten von ABC, CBS, Fox und NBC. Dies zeigt die kontinuierliche Analyse der Berichterstattung der US-Fernsehnachrichten, die Medien Tenor ebenfalls vornimmt. Auf der anderen Seite wird Kerrys Vorwurf, Bush werde als der Präsident in die Geschichte eingehen, der Arbeitsplätze verliert („lost jobs“), von einer kritischen Berichterstattung über die Wirtschaftslage unterstützt. .
Seit Februar ist die Bewertung im US-Fernsehen nicht mehr so negativ gewesen wie jetzt. Wenn Kerry darauf abhebt, zeigt das den Einfluß, den ehemalige Clinton-Berater („it’s the economy, stupid“) inzwischen auf den Wahlkampf Kerrys genommen haben. In einem emotionalisierten und polarisierten Wahlkampf kommt es für beide Kandidaten darauf an, ihre eigenen Anhänger zu mobilisieren. Die Inhaltsanalyse zeigt, daß die dritte Fernsehdebatte den Stoff dazu bot. Nach den beiden ersten Debatten haben die ernstzunehmenden Umfragen (nicht die wissenschaftlich fragwürdigen Schnellschüsse vom selben Abend) ein knappes Rennen widergespiegelt. .
Die Forschung des Medien Tenor hat bei vergangenen Wahlen gezeigt, daß unentschiedene Wähler von der Bewertung der Kandidaten in den letzten Wochen vor der Wahl beeinflußt werden können. Dabei liegen die beiden Kandidaten im Oktober bisher gleichauf. Die Tatsache, daß Kerry in den Fernsehsendungen nach den Debates zum „Sieger“ erklärt wurde, hat ihm in der Berichterstattung noch keinen entscheidenden Vorteil verschafft..
Weitere Informationen: .
Michael Schlipper.
Medien Tenor GmbH.
Kurt-Schumacher-Str. 2.
53113 Bonn.
Tel: 0228/93 444 0.
Fax: 0228/93 444 93.
m.schlipper@innovatio.de .
| << zurück << | Zum Herunterladen der Ergebnisse bitte anmelden |