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Angst vor Arbeitslosigkeit verliert an Bedeutung
2006-09-22
Beispiel für Agenda Setting: Umfragetrend folgt Medienberichterstattung

Bonn. Die deutschen Medien berichten weniger über angstbesetzte Themen, und die Ängste der Deutschen nehmen ab. Dies zeigt der Vergleich von Medienanalyse-Ergebnissen des Bonner Forschungsinstituts Media Tenor für den Zeitraum Januar 2001 bis August 2006 mit Umfragedaten der R+V-Versicherung zu den „Ängsten der Deutschen“.

Der Angst-Index der R+V-Versicherung ist gegenüber dem Vorjahr um 11,8 % zurückgegangen. Steigende Lebenshaltungskosten oder steigende Arbeitslosigkeit stehen laut Umfrage der R+V auf den Plätzen 1 und 3 unter 15 möglichen Bedrohungen, zu denen die 2.368 Befragten sich äußern konnten. Diese Themen wurden in den vergangenen Monaten weniger häufiger in den Meinungsführer-Medien thematisiert als zuvor: „Die Anzahl der Thematisierungen der Arbeitslosigkeit, das nach Präsenz wichtigste „Angst-Thema", ist im August auf den seit November 2005 niedrigsten Stand gesunken“, sagt Christoph Albrecht, Researcher bei Media Tenor. „Die Umfrageergebnisse folgen dem Trend der Berichterstattung.“ Im August hat die Diskussion um die anstehende Mehrwertsteuererhöhung und ihre Folgen das Thema Lebenshaltungskosten dagegen wieder stärker auf die Agenda der Medien gebracht. Die Anzahl der Thematisierungen stieg auf niedrigem Niveau von acht im Juni auf 13 im Juli und 32 im August. „Dies dürfte die Stimmung wieder stärker getrübt haben“, sagt Albrecht. Die Umfrage der R+V-Studie wurde zwischen dem 16. Juni und 14. Juli durchgeführt.

Wie die Medienberichterstattung die Themen bestimmt, die öffentlich debattiert werden und an denen sich die kollektive Gefühlslage auskristallisiert, ist Gegenstand der 7. Internationalen Agenda Setting Conference, zu der Media Tenor vom 11. bis 13. Oktober 2006 auf den Petersberg bei Bonn einlädt. Mehr Informationen unter www.agendasetting.com.

Für die Analyse angstbesetzter Themen hat Media Tenor vom 01.01.2001 und 31.08.2006 insgesamt 32.726 Thematisierungen in 14 meinungsführenden Printmedien und TV-Nachrichtensendungen ausgewertet. Folgende Medien wurden ausgewertet: Die Welt, FAZ, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau, Bild, ARD Tagesthemen, ZDF heute journal, RTL Aktuell, SAT.1 News, ARD Tagesschau, ZDF heute, ProSieben Newstime, Focus, Spiegel.

Gesamte Analyse als pdf zum Download

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