Bonn. Kinder und Jugendliche werden in den Medien zunehmend als Kriminelle dargestellt. Vor allem seit 2003 hat in den deutschen Meinungsführer-Medien die negative Darstellung von Kindern und Jugendlichen stark zugenommen. Familienpolitik wird trotz der dramatischen demographischen Entwicklung von der Medien-Agenda weitgehend ausgeblendet, während straffällig gewordene Kinder und Jugendliche die Schlagzeilen prägen. .
Dies ist das Ergebnis einer Langzeitstudie (Juli 2001 - März 2004), die das Bonner Medienforschungsinstituts MEDIEN TENOR in seinem aktuellen Forschungsbericht veröffentlicht. "Kriminalität steht an vorderster Stelle. Familien- und Bildungspolitik werden von der Sensation krimineller Aktivitäten in den Hintergrund gedrängt," so Wolfgang Stock, geschäftsführender Chefredakteur des MEDIEN TENOR. "Eine derartige Konzentration der Medien auf straffällig gewordene Kinder und Jugendliche prägt die öffentliche Wahrnehmung. .
Das Bild vom Kind als Täter dominiert, kein gutes Zeichen für die Zukunftsfähigkeit des Landes" so Stock. Bei den meisten der 22 untersuchten Tages-, Wochenzeitungen und TV-Nachrichten muß man sich fragen, was die Nachrichtenauswahl beim Thema Kinder bestimmt? "An Einseitigkeit nicht zu überbieten ist dabei die Negativdarstellung von Kindern in der Tagesschau. Selbst die kritischen Wertungen bei den untersuchten privaten Nachrichtensendungen (RTL, Pro 7 und SAT 1) fallen im Vergleich zur Tagesschau geringer aus," so Wolfgang Stock weiter. Basis: .
Insgesamt wurden 598.186 Beiträge von Juli 2001 bis März 2004 in folgenden Medien analysiert: Bild, Welt, FAZ, FR, SZ, taz, Berliner Zeitung, Zeit, Focus, Rheinischer Merkur, Spiegel, Stern, BamS, FAS, WamS, ARD Tagesschau und Tagesthemen, ZDF heute und heute journal, RTL Aktuell, SAT 1 18:30, Pro 7 Nachrichten..
Weitere Informationen: .
Michael Schlipper.
Medien Tenor GmbH.
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53113 Bonn.
Tel: 0228/93 444 0.
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m.schlipper@innovatio.de .
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