Bonn. Zunehmender Alarmismus macht sich im Fernsehen breit: Die TV-Hauptnachrichtensendungen der großen deutschen Rundfunkanstalten setzen Wetter-Katastrophen und Klimawandel immer öfter ganz oben auf die Themenagenda. Bei den General-Interest-Themen findet sich das Thema „Wetter“ im Eineinhalbjahreszeitraum auf Platz eins, „Umweltkatastrophen“ auf Platz 4 und „Klimaschutz“ auf Platz 6. Das ergibt sich aus der Analyse der sieben Hauptnachrichten-Sendung des deutschen Fernsehens des Medienanalyse-Instituts MEDIA TENOR. Selbst die Themen „Fußball“ und „Mord“ erreichen nicht mehr die Medienpräsenz früherer Jahre.
Entsprechend steigt auch das Problembewusstsein in der Bevölkerung: Im Januar 2007 hatte noch eine Mehrheit (52 %) dem Meinungsforschungsinstitut EMNID erklärt, dass sie eine Klimakatastrophe für ausgeschlossen halten. Ebenfalls im Januar machten sich nur 5 % der Bevölkerung Sorgen wegen des Klimawandels, so die „Forschungsgruppe Wahlen“. Seit Februar bewegt sich der Anteil der Besorgten in einer Spanne zwischen 100 % bis 200 % über dem Januar-Wert. Der Spiegel meldete am 12. Juni, sich auf eine aktuelle Umfrage von EMNID berufend: „Die Gefahren der globalen Erwärmung werden der Bevölkerung immer bewusster. Einer Umfrage zufolge glauben mehr als zwei Drittel der Deutschen, dass der Klimawandel zu einem bösen Ende führen wird.“
Getragen wird die wachsende Sensibilität für Klima- und Wetterthemen auch von ganzseitigen Anzeigen: „Unternehmen aus allen Branchen präsentieren sich plötzlich zeitgleich ebenso umwelt- wie verbraucherfreundliche Gesellschaften. Beispiel Autobranche: Opel macht Deutschlands Straßen sauberer, Smart ist CO2-Champion und mit VW kann man ökologischer fahren denn je", so Jörg Forthmann, geschäftsführender Gesellschafter der Kommunikationsagentur Faktenkontor.
Eine ganze Gesellschaft ziehe sich in den „mentalen Luftschutzkeller“ zurück, kritisiert Mathias Bucksteeg kürzlich in einer Kolumne für das Wirtschaftsmagazin „Capital“: „Kasandra-Industrie“ und „Pop-Pessimismus“ senken die Fähigkeit, positive Visionen zu entwickeln, auf Null. Der „Katastrophismus“ werde von Wissenschaftlern mit populären Thesen und den Prime-Time-Formaten der TV-Sender getragen.
Kontakt: Dr. Peter Haric, Leiter Unternehmenskommunikation, p.haric@mediatenor.de
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