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Steinmeiers Vorteile nach TV-Duell und Umfrageanstieg schmelzen wieder
2009-09-25
Zürich, 25.9.2009: In der Woche vor der Wahl stehen Kanzlerin und Herausforderer in der Medienkritik

„Beide Kandidaten konnten die Medien nicht überzeugen“, erklärt Roland Schatz, Chefredakteur und Gründer von Media Tenor. „Die Meinungs-führermedien sehen inzwischen kaum noch Chancen für Schwarz-Gelb und schon gar nicht für Rot-Grün.“ Bild-Zeitung, Bild am Sonntag und die Fernsehnachrichten sahen in den vergangenen Wochen nur leichte Vorteile für Frank-Walter Steinmeier – die sich in erster Linie auf das Ende des Abwärtstrends in den Umfragen stützten. Die Medien, denen schon Bundeskanzler Schröder seinen Erfolg verdankte, hatten es als einen Erfolg für Steinmeier gewertet, daß er bei den unentschiedenen Wählern einen stärkeren Eindruck hinterlassen hatte. Nachdem aber in der Bericht-erstattung klar geworden ist, daß auch das Duell dem Herausforderer nicht den nötigen Schub gegeben hat, um an der Bundeskanzlerin vorbei-zuziehen, drehte das Gesamtbild Steinmeiers wieder in´s Negative. „Denn auch die Journalisten betonten, dass es für Steinmeier am Ende des Tages nur für den Posten des Vizekanzlers reicht“, so Schatz.

Die letzten veröffentlichten Umfragen von den Instituten Allensbach, Emnid, FG Wahlen, Forsa und Infratest dimap sehen die SPD im Durchschnitt bei 25,2%, die Unionsparteien bei 35,2%. „Damit rückt die Frage in den Mittelpunkt, ob die FDP die SPD als Juniorpartner in der Regierung ablösen kann“, erläutert Dr. Christian Kolmer, Leiter der Politikanalyse bei Media Tenor. Der Mittelwert aller fünf Umfragen bei 13,3%. „Rechnerisch liegt Schwarz-Gelb mit 48,3% damit knapp vor Rot-Rot-Grün mit 47,1%. Nun kommt es darauf an, welche Seite ihre eigenen Anhänger besser mobilisieren kann“.

Die Enttäuschung der Wähler wird von den Medien zunehmend beklagt – dabei bleibt aber unerörtert, welche Rolle die Berichterstattung in diesem Zusammenhang spielt. Media Tenor geht deshalb von einem weiteren Anstieg der Wähler an, die gar nicht erst zu den Urnen gehen. Roland Schatz: „Die stereotype Nachrichten-Auswahl in der Politik-Berichterstattung und der Fokus auf die Etablierten wird dazu führen, dass 2009 die Partei der Nicht-Wähler zur stärksten Partei anwachsen wird. Hoffentlich führen diese amerikanischen Verhältnisse dann zu einer realistischeren Politik-Berichterstattung in der Zukunft.“

Media Tenor International analysiert die Berichterstattung der tonangebenden deutschen Medien kontinuierlich seit 1994. Für diese Analyse wurden die Bild-Zeitung, Bild am Sonntag, die Sendungen ARD Tagesschau und Tagesthemen, ZDF heute und heute journal, RTL Aktuell, sowie die politischen Magazine von ARD und ZDF im Zeitraum 01.04. bis 18.09.2009 ausgewertet. Dazu wurden 10.703 Aussagen über Merkel und 7.861 Aussagen über Steinmeier analysiert.

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