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FDP im Image-Tief
2010-01-06
Zürich, 6.1.2010: Das Medienbild von FDP und CSU vor den Klausurtagungen

Zürich, 06. Januar 2010. Elf Jahre hat die FDP auf die Rückkehr an die Macht in Berlin warten müssen. Doch selten hat eine Partei kommunikativ so wenig Nutzen aus den ersten 100 Tagen ziehen können: Die Medien-Kritik an der FDP ist nach der Übernahme der Regierungsgeschäfte stark angestiegen und ist fast doppelt so hoch wie etwa bei der CSU, die beide heute ihre Klausurtagungen begehen.

FDP-Chef Guido Westerwelle hat seinen Medien-Bonus, den ihm der furiose Wahlsieg eingebracht hat, bereits aufgebraucht. Er kann bisher in den Medien auch nicht auf große Unterstützung seiner Parteikollegen mit Ministeramt bauen: Weder Philipp Rösler noch Rainer Brüderle oder Dirk Niebel vermögen es derzeit, ihren Parteichef medial eine Stütze zu sein. Vor allem im Hinblick auf die Aufmerksamkeit in den tonangebenden deutschen Medien, aber auch mit Blick auf die Bewertung bleiben die Minister weitestgehend im Schatten des Vizekanzlers. Die FDP bleibt in der veröffentlichten Wahrnehmung im großen und ganzen eine Ein-Mann-Show.

Anders erging es CSU-Chef Horst Seehofer nach der Bundestagswahl. Neben seinem Parteikollegen und Verteidigungsministers Theodor-Karl zu Guttenberg avanciert Seehofer mehr und mehr zur Randfigur. Der mediale Superstar des Jahres 2009 zu Guttenberg konnte auch die Hitze seit Übernahme des neuen Amtes gut vertragen. Trotz massiver Vorwürfe gelang ihm in den ersten zwei Monaten ein ausgewogenes Medienimage – von dem Seehofer nur träumen kann.

Aufs Jahr gesehen heißt der Image-Sieger 2009 unter allen Politikern aber Horst Köhler. Fragte die Bild-Zeitung nach seiner Nominierung für das Amt des Bundespräsidenten 2005 noch „Horst wer?“, so stieg Köhler auch im letzten Jahr zum Medienliebling der 30 meistgenannten Politiker auf. „Trotz Bundestagswahl gelang es Köhler nicht nur, mehr Aufmerksamkeit als die meisten Minister zu erzielen, sondern auch positiver dargestellt zu werden“, so Roland Schatz, Chefredakteur von Media Tenor International.

Media Tenor untersucht die Berichterstattung über Parteien und Politiker in Deutschland kontinuierlich seit 1994. Für diese Analyse wurden insgesamt 197.689 Aussagen von oder über Politiker sowie 158.957 Aussagen von oder über Parteien in Bild-Zeitung, TV-Nachrichten und -Magazinen, Focus, Spiegel sowie Deutschlandfunk zwischen dem 1.1. und 31.12.2009 ausgewertet.

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