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Spiegel erobert Spitzenposition zurück
2011-10-04
Zürich, 4.10.2011: Media Tenor Zitate-Ranking, Januar bis September 2011

Zürich, 4.10.2011: Nach einer sechsmonatigen Pause erreicht der Spiegel im dritten Quartal 2011 wieder die Spitze des Media Tenor Zitate-Rankings und löst die Bild-Zeitung als Agenda Setter Nr. 1 ab. Die Themenlage im laufenden Jahr mit dem Fokus auf Fukushima, Griechenland und den Ländern des „arabischen Frühlings“ hatte zur Folge, daß internationale Medien im Zitate-Ranking an Bedeutung gewonnen haben und demgegenüber deutsche Medien seltener zitiert wurden. Von den deutschen Medien gelang es nur wenigen Titeln, die Wahrnehmung zu steigern oder zumindest zu halten – Tagesspiegel und Welt gehörten dazu.

Nach Schwierigkeiten zu Jahresbeginn steigerte der Spiegel seine Wahrnehmung in anderen Medien allmählich wieder mit dem Höhepunkt des Zitate-Volumens im August. Die Ausgabe, auf die der Spiegel das größte Echo erhielt, datiert am 5. September mit dem Titel „Als Deutschland in den Krieg zog. Afghanistan: Die Geschichte eines Irrtums“. Thematisch wurde der Spiegel im dritten Quartal 2011 am häufigsten zum EURO-Rettungsschirm im speziellen und zur EURO-Krise im allgemeinen zitiert.

Im Vergleich des Vorjahreszeitraumes gibt es unter den deutschen Medien mehr Verlierer als Gewinner, was aber in erster Linie mit der internationalen Themenlage zu tun hatte. Wie die Kollegen dennoch auf die eigenen Inhalte aufmerksam gemacht wurden, zeigten im dritten Quartal vor allem Welt, Zeit und Tagesspiegel. Das Team um Andreas Casdorff tat sich zuletzt besonders durch exklusive Informationen zum Streit in der Linkspartei hervor, die von den Kollegen der anderen 40 Meinungsführer-Medien intensiv aufgegriffen wurden.

Unter den größten Verlierern befinden sich mit dem Focus und dem Hamburger Abendblatt zwei Titel, die gerade einen Chefredakteurs-Wechsel hinter sich haben und die sich mit Blick auf Prioritätensetzung und Konzeption derzeit neu ausrichten. Die FAZ konnte die gute Entwicklung der letzten Jahre nicht halten. Ebenso ergeht es der FAS. In der Konkurrenz um die Aufmerksamkeit am Wochenende hat die FAZ Sonntagszeitung immer häufiger das Nachsehen hinter Bild am Sonntag und Welt am Sonntag.

Größere Verschiebungen gab es auch bei den Regionalzeitungen. Die Rheinische Post büßte gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich Zitate ein, während die Passauer Neue Presse häufiger die Agenda mitbestimmte, sei es zum Projekt Stuttgart 21, zum Sinken des Rentenniveaus oder zur Zukunft von Außenminister Westerwelle (Rösler-Interview). Auch die Neue Osnabrücker konnte die Kollegen für ihre Themen stärker gewinnen.

Social Media-Titel wie Facebook und YouTube haben inzwischen zwar als Lieferant von Informationen oder Stimmungen mit der Bedeutung von Spiegel Online-Zitaten gleichgezogen, ihre Rolle bleibt aber umstritten. Sie sind weiterhin weit davon entfernt als Meinungsführer-Medium wahrgenommen zu werden. Statt dessen werden sie vor allem als Instrument herangezogen, wenn es darum geht, schnell an Bilder und direkte Stimmungen zu gelangen. Als ernst zu nehmende Quelle für seriöse Informationen können sie schon daher nicht dienen, weil die Gefahr, Opfer von Manipulationen oder Sicherheitslücken zu werden, weiterhin groß ist. Das zeigt der Fall der Enthüllungsplattform Wikileaks, die inzwischen kaum noch zitiert wird.

Insgesamt wurden von den Media Tenor-Analysten zwischen Januar und September 2011 in den Politik- und Wirtschaftsteilen der 41 deutschen Meinungsführermedien 19.774 Zitate ausgewertet. Jeder Artikel wird von geschulten Codierern gelesen und jedes Zitat auf seine Tauglichkeit geprüft. Das Qualitätsergebnis im Validitätstest (damit wird vierteljährlich die Übereinstimmung in der Analyse hinsichtlich der Themen, Personen, Quellen, Bewertungen etc. gemessen) lag bei 88,7%. Ausgewertet wurden die 41 deutschen Meinungsführer-medien Berliner Zeitung, Bild-Zeitung, Die Welt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau, Sächsische Zeitung, Süddeutsche Zeitung, taz, Tagesspiegel; ARD Tagesschau und Tagesthemen, ZDF Heute und Heute Journal, RTL Aktuell, Bericht aus Berlin, Berlin direkt, Fakt, Frontal 21, Kontraste, Monitor, Panorama, Plusminus, Report (BR), Report (SWR), WISO; Die Zeit, Focus, Spiegel, Stern, Super Illu, Cicero, Brand Eins; Bild am Sonntag, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Welt am Sonntag; Financial Times Deutschland, Handelsblatt, Wirtschaftswoche, Capital, Manager Magazin sowie die 7-Uhr-Nachrichten des Deutschlandfunks.

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