Die Agenda Setting-Theorie wurde 1968 von Prof. Maxwell McCombs und Prof. Donald Shaw in ihrer Chapel Hill-Studie entwickelt. Sie besagt, dass die Massenmedien die Agenda der öffentlichen Meinung bestimmen, indem sie bestimmte Themen besonders hervorheben. Shaw und McCombs untersuchten die Art und Weise, wie in den Medien über Wahlkampagnen berichtet wurde. Sie fanden heraus, dass die Hauptwirkung der Nachrichtenmedien nicht darin bestand, den Menschen zu sagen was sie denken, sondern worüber sie nachdenken sollten – im Gegensatz zu Überzeugung oder Einstellungsveränderungen. Agenda Setting wird gewöhnlich als Funktion der Massenmedien beschrieben, und nicht als Theorie (McCombs & Shaw, 1972).
Media Tenor Researcher führen 2008 gemeinsam mit Prof. Donald Shaw und Maxwell McCombs 40 Jahre nach der ersten Untersuchung die 'Chapel Hill-Studie - Wiederholung in einer neuen Medienwelt' durch, um die Entwicklungen in der Agenda Setting-Forschung und die wachsende Bedeutung der Theorie in diesem Jahrhundert der Medienmacht zu präsentieren.
Media Tenor vergleicht die Wirklichkeit und die Auswahl der Medien von der Wirklichkeit miteinander und untersucht den Einfluss dieser Auswahl auf die öffentliche Wahrnehmung. Seine angewandte Agenda Setting-Forschung hat bewiesen, dass die Medien die Meinungen der Menschen formen, besonders wenn diese der Medienrealität keine Erfahrungen aus erster Hand entgegensetzen können. Themen, die in den Medien nicht vorkommen, sind für die Öffentlichkeit weniger relevant oder sogar irrelevant.
Agenda Setting: Das Verhältnis zwischen der verstärkten Auftreten eines Themas in den Medien und der Bedeutung, die die Leute diesem Thema dann beimessen. Weiterführende Forschung zeigt, dass die empfundene Bedeutung vom Medienkonsum abhängt. Beispiele von Agenda Setting-Effekten
Agenda Cutting: Da die Presse selektiv berichtet, wird ein Großteil der Realität nicht in den Medien abgebildet. Folglich erachten die meisten Menschen weggelassene Themen als unwichtig, oder erfahren erst gar nichts von ihrer Existenz, insbesondere wenn sie keine direkte Beziehung zu dem Ereignis oder der Nachricht haben. Dieses Phänomen heißt Agenda Cutting. Ein Beispiel hierfür ist die (mangelnde) Berichterstattung über Krankheiten wie Malaria oder Bulemie.
Beispiele von Agenda Cutting-Effekten
Agenda Surfing: Medien folgen in der Regel Trends und „surfen“ so auf der Welle von Themen, die ursprünglich in den Meinungsführermedien erwähnt wurden. Indem man alle Artikel in den Meinungsführermedien verfolgt, lässt sich voraussagen, welche Themen in naher Zukunft von allen Medien aufgegriffen und welche aus der Berichterstattung verschwinden werden. Der Agenda Surfing-Effekt kann Ihnen dabei helfen, die richtigen Geschichten zur richtigen Zeit in den richtigen Medien zu platzieren. Beispiele von Agenda Surfing-Effekten


In der Vergangenheit litt ein Großteil der Agenda Setting-Studien darunter, dass sie nie Zugang zu 100 Prozent der Nachrichtenflusses hatten. Ihre Ergebnisse hatten entsprechende Schwächen. Durch die Integration des ICA=CH-Modells in die Agenda Setting-Theorie scheint es nun möglich, den möglichen Wechselwirkungen zwischen Berichterstattung und Volkes Meinung präziser auf die Spur zu kommen – zumindest war das das Ergebnis aller sieben Agenda Setting-Konferenzen seit 1999.
Es ist allerdings ebenfalls wichtig, sich bewusst zu werden, dass der Zusammenhang zwischen Medienberichterstattung und öffentlicher Meinung auch von anderen Faktoren als den meinungsführenden Medien beeinflusst werden kann.
